• Geschichten verändern die Welt

  • Wir erkunden, wie mitreißende Geschichten Visionäre motiviert und inspirierende Geschichtenerzähler die Gesellschaft verändert haben.

Inspirierte und inspirierende Visionäre

Geschichten verändern die Welt

Geschichten verändern die Welt

Gesellschaftliche Umwälzungen, Erfindungen, die Entdeckung neuer Welten. Es sind mitreißende Geschichten, die Menschen motivieren und vorantreiben. Inspirierte und inspirierende Visionäre verändern seit Jahrtausenden die Welt.

Die mächtigste Person der Welt

Hören wir eine mitreißende Geschichte, springt bei uns ein Funke über. Wir sind begeistert und fasziniert. Bei einigen Menschen wird aus diesem Funken ein Flächenbrand. Die Ideen vieler Erfinder, Entdecker oder Wissenschaftler entstammten Geschichten, die sie nicht mehr losgelassen haben. Davon angetrieben veränderten sie die Welt.

Man mag sich darüber streiten, in welche Kategorie der Apple-Mitgründer Steve Jobs gehört. Wissenschaftler war er sicherlich nicht, Erfinder – na ja, Entdecker – auf eine bestimmte Art schon. Aber als visionärer Unternehmer stellte Jobs treffend fest: »The most powerful person in the world is the storyteller. The storyteller sets the vision, values and agenda of an entire generation that is to come.«

Aus Fiktion wird Realität

Das Handy ist eine dieser weltverändernden Erfindungen. Die Idee eines mobilen Telefons stammt aus der Serie Star Trek. Captain Kirk und seine Crew sprachen über handliche Kommunikatoren miteinander. Der Elektroingenieur Martin Cooper nahm sie zum Vorbild und entwickelte Anfang der 1970er-Jahre das erste Mobiltelefon. Auch weitere Erfinder und Wissenschaftler ließen sich von den Geschichten der bahnbrechenden Science-Fiction-Serie inspirieren. Die Besatzung kommunizierte über Videotelefonie, Sprachbarrieren überwand ein Universalübersetzer und der Replikator späterer Star Trek-Folgen findet im heutigen 3-D-Drucker eine (noch) simple Entsprechung.

Der visionäre Schriftsteller Jules Verne gilt als »Mann, der die Zukunft erfand«. Schon im 19. Jahrhundert reisten seine Helden in die Tiefsee und zum Mond. Durch Vernes Geschichten wurde eine fantastische Zukunft greifbar, die Generationen kreativer Köpfe beflügelte. Die Realität zog erst Jahrzehnte später nach.

Faszinierende Geschichten trieben auch Entdecker zu neuen Ufern. Christoph Kolumbus ermutigten mythische Reiseberichte und antike Aufzeichnungen, nach Westen zu segeln. Der späteren Eroberung Südamerikas durch die spanischen Konquistadoren lagen Erzählungen über die sagenumwobene Stadt El Dorado zugrunde.

Die großen Geschichten­erzähler unserer Zeit

Wie machtvoll Storytelling ist, zeigen nicht zuletzt die großen Geschichtenerzähler der Neuzeit. Politiker, Menschenrechtler, Revolutionäre – Persönlichkeiten, die mit bewegenden Reden die Massen mitreißen. Der Erziehungswissenschaftler Howard Gardner bezeichnet Geschichten als »most powerful weapon in a leader’s arsenal«.

Winston Churchill – »We shall never surrender«

Eine der wichtigsten politischen Reden des letzten Jahrhunderts hielt Winston Churchill im Jahr 1940. Leidenschaftlich schwor er das britische Volk auf den Kampf gegen die Nazis ein – zu Land, zu Wasser und in der Luft: »We shall never surrender.« Er entzündete mit dieser Rede den Willen zum Widerstand, der schließlich zum Sieg der Alliierten über das Dritte Reich führte.

Martin Luther King – »I have a dream«

Die 1960er-Jahre in den USA waren geprägt von den Kämpfen der Bürgerrechtsbewegung um Gleichberechtigung für die schwarze Bevölkerung. Beim Marsch auf Washington am 28.8.1963 entwarf der Baptistenprediger Martin Luther King seine Vision einer gerechten Gesellschaft. »I have a dream!« führte zur Unterzeichnung des Civil Right Acts 1964, der die gesetzliche Rassentrennung aufhob.

Barack Obama – »The audacity of hope«

Die bewegende Rede Kings inspiriert bis heute. Auch ein junger Mann aus Hawaii folgte diesem Traum und wurde erster schwarzer Präsident der USA: Barack Obama. Eine seiner bedeutendsten Rede hielt er Jahre vor seiner Präsidentschaft am 27.7.2004 auf der Democratic National Convention in Boston.

Die Grundsatzrede des damals noch unbekannten Senators aus Illinois war kraftvoll, ehrlich und überzeugend. Obama erzählte authentische Storys, in denen sich jeder Zuhörer wiederfand. Dabei setzte er, ähnlich wie Martin Luther King in seiner »I have a dream«-Rede, Wiederholungen ein, um Gegensätze und Gemeinsamkeiten herauszustellen.

»Well, I say to them tonight, there is not a liberal America and a conservative America — there is the United States of America. There is not a black America and a white America and latino America and asian America – there’s the United States of America.«

Auch seine Biografie verknüpfte Barack Obama durch Wiederholungen brillant mit der amerikanischen Geschichte und seiner Vision des »American Dreams«.

»It’s the hope of slaves sitting around a fire singing freedom songs. The hope of immigrants setting out for distant shores. The hope of a young naval lieutenant bravely patrolling the Mekong Delta. The hope of a mill worker’s son who dares to defy the odds. The hope of a skinny kid with a funny name who believes that America has a place for him, too. Hope in the faith of difficulty. Hope in the faith of uncertainty. The audacity of hope!«

Robert Lehrman, Redenschreiber des ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore, identifizierte diese Wiederholungen in Kombination mit glaubwürdigem Storytelling als einen der entscheidenden Faktoren für den durchschlagenden Erfolg von Obamas Rede.

John Kerry, für den sich Obama an diesem Tag stark gemacht hatte, verlor die spätere Wahl gegen George W. Bush. Barack Obama aber wurde über Nacht zum Star der demokratischen Partei. Drei Monate später wurde er mit überwältigender Mehrheit in den US-Senat gewählt. Die historische Rede auf dem Parteitag der Demokraten, sein Charisma und sein Talent als Geschichtenerzähler ebneten ihm schließlich den Weg ins Weiße Haus.

Mitreißendes Storytelling bewegt

Faszinierende Geschichten treiben seit Jahrtausenden Erfinder, Wissenschaftler und Entdecker an. Und talentierte Redner bewegen die Massen durch mitreißendes Storytelling. Doch warum funktionieren Geschichten so gut? Mit diesem Thema beschäftigen wir uns im nächsten Beitrag.

In unserer fünfteiligen Reihe »Die Macht der Geschichte« schauen wir hinter die Kulissen überzeugenden Storytellings.
Storytelling als Wegbereiter der Zivilisation.
Wie inspirierte und inspirierende Visionäre die Welt verändern.
Warum funktioniert Storytelling besser als Fakten? Wir haben die Antwort.
Wofür steht Dein Unternehmen? Verpacke die Antwort in eine gute Geschichte, um Deine Zielgruppe zu überzeugen.
Das Motto lautet: »Überzeugen statt überreden!«