Saving Grace

Der deutsche Filmtitel »Grasgeflüster« offenbart ein Grundproblem deutscher Filmverleiher: Sie haben kein Talent für gute Titel. Der Originalname »Saving Grace« hingegen trifft die Handlung auf den Punkt: Hauptfigur Grace soll vor dem Ruin gerettet werden. Schade um die Zuschauer, die diesen liebenswerten Film in Erwartung einer flachen Drogenkomödie nicht geschaut haben. Denn »Saving Grace« bietet das, was gute englische Filme in Perfektion beherrschen: eine authentische, herzerwärmende, kuriose, manchmal alberne Geschichte.

Not macht erfinderisch

Die Heldenreise der Grace Trevethyn beginnt mit einem Trauerfall. Überraschend stirbt ihr Mann und hinterlässt ihr ebenso unerwartet einen Haufen Schulden. Nur wenige Wochen bleiben der trauernden Witwe, um Ihr Anwesen vor der Zwangsversteigerung zu retten.

Als Grace zudem erfährt, dass der Verstorbene jahrelang eine Affäre hatte, ist es mit der Trauer schnell vorbei. Die naiv-unbedarfte Hausfrau nimmt ihr Leben in die Hand und entwirft zusammen mit ihrem loyalen Gärtner Matthew (und unter den wohlwollenden Blicken der Dorfgemeinschaft) einen Schlachtplan zur Rettung ihres gewohnten Lebens: Sie wird Marihuana anbauen. Und zwar das Beste. Denn Grace ist eine begnadete Orchideenzüchterin.

Ein Hoch auf die Freundschaft

»Saving Grace« besitzt eine Fähigkeit, die wenigen Filmen gegeben ist: Der Zuschauer fühlt sich zu Hause. Keine magischen Welten oder Hochglanz-Helden. Hier ist alles so echt, als würde man nach Jahren in sein Heimatdorf zurückkehren. Zwischendurch überzeichnet Regisseur Nigel Cole Charaktere und Szenen, aber das sei ihm verziehen. Auch das reale Leben driftet manchmal ins Absurde ab.

In Kombination mit dem charmant-entspannten Retrosoundtrack von Mark Russell entsteht ein herrlich gut gelaunter Film, der ideal zu einem gemütlichen Filmabend mit Freunden passt. Denn genau diese feiert »Saving Grace«: Freunde, auf die man sich in allen Lebenslagen verlassen kann.

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